IDEE 

Was wäre wenn…

„Kultur“, aus dem Lateinischen „cultura“, die Bearbeitung, die Pflege, der Ackerbau, im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend und wirkend hervorbringt, im Unterschied zu der menschenunabhängigen selbstschaffenden Natur.

Ein Garten – Kulturobjekt und Symbol der Nachhaltigkeit. Er wird gepflegt, gehegt, wandelt sich zyklisch, bildet die Schnittmenge verschiedenster Nutzungsinteressen und symbolisiert deren Balance.

Wir möchten den Garten als Symbol für Nachhaltigkeit denken und dabei direkt am Wort bleiben, indem wir den Tiergarten spielerisch in einen TierGARTEN verwandeln.

Der Tiergarten, mit seiner direkten Lage am Haus der Kulturen der Welt, bildete hierbei unseren Untersuchungsgegenstand und fungierte gleichzeitig als Interventionsraum.

Mit seinen öffentlichen Grün- und Wasserflächen ist er die „grüne Lunge“ Berlins und damit bereits jetzt ein wichtiges ökologisches Element der Großstadt. Den größten Teil der Parkanlage machen die Grün- und Erholungsanlagen aus, welche durch ein vielfältiges Freizeit- und Aktivitätenangebot ergänzt werden, so u.a. Sportanlagen- und Freibäder, Friedhöfe und Kleingärten. Unterschiedliche Nutzungsinteressen treffen hier aufeinander anhand derer wir aufzeigen möchten, wie bedeutend es ist, nachhaltig ein Gleichgewicht zwischen ihnen zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten.

Die enge Beziehung und Wechselwirkung zwischen Mensch, Tier und Pflanzenwelt in diesem Raum wurde untersucht und neue ergänzende Möglichkeiten entwickelt, welche ausgleichend auf die Balance dieses gemeinschaftlichen Lebensraumes wirken.

Ziel ist es die menschlichen Bedürfnisse und Wünsche – Umweltbildung, Kunst und Kultur sowie Freizeit (mit Grillen, Entspannung, Spiel und Sport) – mit Nachhaltigkeitsaspekten, wie schonender und recycelnder Ressourcenumgang oder Lebensraumschaffen- und Erhaltung, in Einklang zu bringen. Entscheidend war hierbei eine Umfrage, in der sich 98% der Befragten gegen Veränderungen im Tiergarten in Bezug auf den Ausbau des Kultur- und Freizeitaktivitätenangebots und gastronomischer Einrichtungen aussprachen. „Der Park ist für Menschen gemacht und bietet bereits genug Freizeitmöglichkeiten…Am besten gefällt mir, dass ich hier viel Platz und meine Ruhe habe.“

Bei jeder unserer Ideen schwingt daher der ökologische, regenerative, nachhaltige Gedanke mit, ohne den keine dieser Ideen funktioniert. Ein verbindendes Element ist dabei der Garten, den wir sowohl als Bild als auch als realen Ort (als Kräuter- Obst- und Gemüsegarten, als sozialen und bildungsfördernden Gemeinschaftsraum) begreifen. Uns ging es dabei betont nicht darum, sich durch den Bau neuer Einrichtungen im Park den steigenden menschlichen Interessen und Bedürfnissen anzupassen d.h. überspitzt formuliert, nicht den Park in einen Vergnügungspark umzugestalten, sondern ein Ideenspiel, das Bestehendes aufgreift, wandelt und im Sinne von nachhaltiger Bewirtschaftung vielfältige Anreize schafft.

Zur Illustration haben wir unsere unterschiedlichen Ansätze exemplarisch an einem Bereich des Tiergartens gespielt. Wie so oft zählt auch hier „weniger ist mehr“ – kleine Veränderungen, die großes bewirken können. Unsere Ideen verstehen wir nicht als konkrete Umgestaltungsentwürfe, sondern vielmehr als Gedankenanstöße und spielerische Utopien, deren Ausgangspunkt und gleichzeitiges Ziel ein Ausgleich zwischen den vielfältigen Nutzungsinteressen- und möglichkeiten darstellt.

Das Projekt gliedert sich in zwei interagierende Bestandteile: Ein minimalistischer Animationsfilm und eine direkte Intervention im Tiergarten. Dazu wurden in einem exemplarisch ausgewählten Gebiet (siehe Übersichtskarte) in Nähe des Hauses der Kulturen der Welt, QR Codes platziert, die jeweils auf unsere Ideen verlinken, welche wiederum auf dem Blog Be Green Be Berlin hinterlegt sind.

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